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Yet another Zombie-Movie



Land of the Dead
Regie: George A. Romero
Darsteller: Simon Baker, Dennis Hopper, Eugene Clark
Land of the Dead bei IMDb

Wenn George Romero nach zwanzig Jahren Zombiepause seiner Dead-Trilogie einen vierten Teil hinterherjagt, dann darf man das guten Gewissens als Ereignis bezeichnen. Und Land of the Dead ist in jeder Hinsicht ein 'echter Romero' geworden, wenn auch völlig anders als seine berühmten Vorgänger.

Splatter ist zweifelsohne ein Phänomen. In den frühen 60ern als direkte Konsequenz des Surrealismus entstanden (wohl die erste künstlerische Epoche, die durch das Kino aktiv mitgeprägt wurde), war Splatter vom ersten Moment an aufgrund seiner exzessiven Gewaltdarstellung Zielscheibe für selbsternannte Moralapostel und Zensoren. Die durchaus ernstzunehmenden Botschaften der frühen Splatterfilmer (zu denen auch Romero zählt) gerieten nur allzuoft hinter der Diskussion um die ungewohnt heftigen Bilder in Vergessenheit. Das geringe Budget, bis in die 80er Markenzeichen des Genres, tat ein übriges um die Filme allzuschnell in die Schmuddelecke zu verbannen.
Seit den späten 80ern verbindet man mit Splatter vor allem den Funsplatter zu dessen berühmtesten Vertretern Sam "Spiderman" Raimi und Peter "LotR" Jackson zählen. Erst letztes Jahr kehrte mit dem Remake von Romeros Dawn of the Dead der Oldschool Splatter wieder auf die Leinwand zurück.
Die Splatterfilme erleben eine Rennaissance im Big Budget Kino, das Remake von Romeros drittem Zombiefilm Day of the Dead steht bereits in den Startlöchern. Splatter im Multiplex, kann das funktionieren?

Man könnte fast meinen, Romero sei sich der Ironie bewusst gewesen als er das herrlich subversive Script zu Land of the Dead schrieb... :verdächtig
Wie auch immer, die Zombies sind wieder da und sie sind schlimmer als je zuvor. Die Untoten beginnen sich neue Verhaltensweisen anzueignen unter anderem die Kommunikation untereinander und das Verwenden von Werkzeugen. Die Formierung eines Aufstands der Zombies beginnt.
Die Handlung folgt dabei sowohl dem Helden der Geschichte, der ein entführtes Anti-Zombie-Einsatzfahrzeug zurückbringen muss, als auch dem aufständischen Oberzombie Big Daddy. Der Bösewicht des Films ist dagegen ein Mensch. Der von Dennis Hopper gespielte Kaufman herrscht über die letzte Zuflucht der Lebenden wie eine Mischung aus Vito Corleone und Aunty Entity.

Romeros Script geht viele Wege, läuft aber eigentlich nie dahin wo man es erwartet. Es wird eine Endzeitwelt beschrieben, in der die Untoten längst zum Alltag gehören. Wer gebissen wird, wird ohne Umschweife erschossen und in der letzten geordneten Siedlung Fiddler's Green führen die, die es sich leisten können ein normales Leben, während alle anderen ums nackte Überleben kämpfen. Die Story ist definitiv gewöhnungsbedürftig, führt aber die Motive des Oldschoolsplatters mit erstaunlicher Konsequenz fort und macht sie durch vorsichtige Erweiterungen wieder zeitgemäß. Anders als im hommagierenden Dawn of the Dead von 2004 zeigt Romero "Next- Generation-Splatter" und ist dabei näher am 60er-Jahre Original als die meisten Remakes der letzten Jahre.

Doch der Film hat auch seine Schwächen: Da wären vor allem einmal die durch die Bank mittelmäßigen Mimen zu nennen. Selbst Paradebösewicht Dennis Hopper wirkt stellenweise einfach nur gelangweilt.
Kamera und Schnitt fehlt der Charme der frühen Filme, alles wirkt ein wenig zu Big-Budget.
Und leider ist das Script an einigen Stellen schlicht und ergreifend unausgereift.
Wirklich gelungen ist dagegen das Makeup, die Zombie-Schminke wirkt realistischer denn je.

Der Soundtrack besteht im Wesentlichen aus drei Noten, von denen immerhin zwei verschieden sind.


Fazit: Land of the Dead ist kein Film für jedermann. Viele Cineasten werden sich am übermäßigen Gebrauch von Gore- und Splatterelementen stören, während der Mehrzahl der Gorefans schlicht und einfach das Handwerkszeug fehlt um die vertrackte Metabotschaft des Films zu entschlüsseln.
Gut? Ja, aber auf eine höchst gewöhnungsbedürftige und anspruchsvolle Weise. Feinstes Avantgardekino eben ;)

Wertung: 7/10

Zum Schluss noch ein wenig Literatur für Splatter-Newbies:
Über Zombies, Pop und Filme 1

Über Zombies, Pop und Filme 2



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